Angesichts des rasanten technologischen Fortschritts, der Einführung von 5G-Netzen durch die großen Mobilfunkanbieter im Jahr 2018 und ihrer kommerziellen Verfügbarkeit Ende 2019/Anfang 2020 ist die Frage der Sicherheit im Zusammenhang mit 5G-EMF-Strahlungsemissionen aktueller denn je.

Was ist 5G?
5G, die drahtlose Technologie der fünften Generation, stellt die nächste Evolutionsstufe der Mobilfunknetze dar und verspricht höhere Geschwindigkeit, Reaktionsfähigkeit und die Fähigkeit, mehr Verbindungen zu unterstützen. Diese Fortschritte werden durch die Nachfrage der Verbraucher nach schnellerem und zuverlässigerem Internetzugang auf Mobilgeräten vorangetrieben.
Wie wird 5G die Technologie verändern?
5G soll Datenübertragungsraten bieten, die 10 bis 100 Mal schneller sind als 4G, und die Latenzzeiten deutlich reduzieren, was das Benutzererlebnis verbessert. Darüber hinaus soll 5G das Internet der Dinge (IoT) erweitern und alles von Fahrzeugen bis hin zu Haushaltsgeräten miteinander verbinden. So entsteht ein Netzwerk „intelligenter“ Objekte, das Komfort, Kontrolle und Effizienz verbessern soll.
Gesundheitsbedenken und EMF-Strahlung
Trotz des technologischen Fortschritts sind die gesundheitlichen Auswirkungen der EMF-Strahlungsemissionen von 5G noch weitgehend ungeprüft. Dr. Joel M. Moskowitz hat über 30.000 Forschungspublikationen zu nichtionisierender EMF-Strahlung überprüft und nur 41 davon gefunden, die sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen von 5G befassen. Angesichts der dokumentierten gesundheitlichen Auswirkungen von 4G und WLAN ist dieses Versäumnis besorgniserregend.
5G wird auf höheren Frequenzbändern als frühere Generationen betrieben und Millimeterwellen einführen, die zwar nicht so weit reichen oder Gebäude leicht durchdringen können, aber ein dichtes Netzwerk kleiner Zellen erfordern, um die Abdeckung sicherzustellen. Dies bedeutet eine erhöhte Belastung durch EMF-Strahlung, was bei Wissenschaftlern und Gesundheitsexperten Besorgnis ausgelöst hat.
Höhere Frequenzen und erhöhte Belastung
5G-Netzwerke werden eine Reihe von Frequenzen nutzen, darunter Niederfrequenzen, Mittelfrequenzen und Hochfrequenzen. Hochfrequenzen, auch Millimeterwellen genannt, reichen von 24 GHz und höher. Diese Wellen werden von der menschlichen Haut und anderen Materialien absorbiert, was die Installation zahlreicher kleiner Zellen in unmittelbarer Nähe zueinander erforderlich macht, wodurch die EMF-Belastung erhöht wird.
Wissenschaftliche Bedenken und öffentliche Gesundheit
Wissenschaftler warnen, dass die biologischen Auswirkungen der EMF-Strahlung von 5G erheblich sein könnten. Dr. Martin Pall betont, dass EMFs spannungsgesteuerte Kalziumkanäle (VGCCs) in Zellmembranen aktivieren, wobei die schnellen Pulsationen von 5G diesen Effekt wahrscheinlich verschlimmern. Zu den potenziellen Gesundheitsrisiken zählen eine Zunahme von Blindheit, Hörverlust, männlicher Unfruchtbarkeit, Hautkrebs, Schilddrüsenproblemen und Funktionsstörungen des Nervensystems.

Regulierungsaufsicht und öffentliche Sicherheit
Die Standards der FCC für eine sichere EMF-Exposition sind veraltet und konzentrieren sich nur auf die Erwärmungseffekte von EMFs und akute Exposition. Eine chronische Exposition mit niedriger Intensität kann jedoch ebenfalls erhebliche Gesundheitsrisiken bergen. Die Richtlinien gehen außerdem davon aus, dass die Geräte außerhalb des Körpers verwendet werden, was nicht den heute üblichen Nutzungsmustern entspricht.
Missverständnisse über 5G
Mythos: 5G ist sicherer als 4G. Realität: 5G baut auf älteren Netzwerken auf und nutzt Technologien wie Massive MIMO, um die Strahlenbelastung zu erhöhen. Die schnelle Absorption der kürzeren Wellenlängen im Körper und die schnellen Pulsationen können erhebliche biologische Auswirkungen haben.
Mythos: Die Menschen nutzen bereits 5G. Realität: Viele Geräte, die als 5G-fähig vermarktet werden, sind in Wirklichkeit erweitertes 4G (5GE). Echte 5G-Konnektivität erfordert Geräte mit integrierten 5G-Modems, die den meisten aktuellen Geräten fehlen.

Die Zukunft von 5G
Der Rollout von 5G hat in vielen Teilen der Welt begonnen und wird bis 2025 voraussichtlich noch weiter verbreitet sein. Die potenziellen Vorteile der Hyperkonnektivität sind zwar beträchtlich, sie bringen jedoch auch potenzielle Gesundheitsrisiken mit sich, die berücksichtigt werden müssen. Auf dem Weg zu dieser neuen Generation drahtloser Technologie ist es von entscheidender Bedeutung, die EMF-Belastung zu minimieren und strenge Sicherheitstests zum Schutz der öffentlichen Gesundheit durchzusetzen.